Osmanischer Garten

Der Garten wurde als historischer Garten angelegt, der die Besonderheiten der damaligen Zeit widerspiegelt. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht nur schön anzusehen ist, sondern gleichzeitig auch Bauwerke in Originalgröße beherbergt. Die zeitgenössischen Bauelemente wie Gebetsbrunnen und Brunnen werden von Pflanzen jener Zeit ergänzt. Im Osmanischen Garten befinden sich große Platanen, in deren Schatten man sich hinsetzen kann, säulenförmige Zypressen und ein Rosengarten mit duftenden Rosen. Der Garten wird von Tulpen und anderen farbenfrohen Blumen bereichert, die von Heckenpflanzen wie Buchsbaum umgeben sind.

Gebetsbrunnen - Schlösschen: Das Bauwerk ist vom Gebetsbrunnen der Hagia Sophia inspiriert. Der Brunnen befindet sich im Garten der Hagia Sophia und wurde 1740 von Sultan Mahmud I. in Auftrag gegeben. Er ist ein Meisterwerk der osmanischen Architektur und einer der größten und schönsten Gebetsbrunnen in İstanbul.

Kurvenförmiger Brunnen und angrenzende Mauern: Das Bauwerk ist vom Mahmud II. Brunnen in Yedikule und den Gartenmauern des Feyzullah Efendi Klosters inspiriert. Der 1825 erbaute Brunnen und ein Teil des Klostergebäudes sind heute noch erhalten.

Wasserbassin und Wasserlauf: Die Bauwerke sind von dem Wasserbassin im IV. Hof des Topkapı-Palastes und von dem Wasserlauf für die Tauben im Wohntrakt der Konkubinen inspiriert.

Wasserfontaine (Selsebil) und Brunnen: Die Wasserfontaine ist ein Werk der spätosmanischen Zeit im barocken Stil, die sich im 1. Hof des Topkapı-Palastes befindet. Der Begriff „Selsebil“, der im Koran in der Sure Der Mensch erwähnt wird und auf Arabisch „süßes Wasser“ bedeutet, ist eine kristallklare Quelle im Paradies. In der osmanischen Architekturterminologie sind es künstliche Wasserkaskaden, die Auge und Ohr beruhigen.

Das Werk, das den Brunnen inspiriert hat, ist der Straßenbrunnen, der im Landkreis Fatih steht und der von Bezmialem Valide Sultan (2. Ehefrau des osmanischen Sultans Mahmud II. und Mutter von Sultan Abdülmecid) 1845 erbaut wurde.

Elibelinde-Motiv: In der traditionellen anatolischen Teppich- und Kelimkunst ist es das Symbol für „Mutterschaft, Segen und Fruchtbarkeit“.

Kieselböden mit Motiv: Die Kieselböden gibt es seit dem Römischen Reich. In den osmanischen Palästen wurden sie zur Markierung des Herrschaftsweges (der Weg des Sultans) verwendet. Später setzte man sie auch in Gärten und Innenhöfen ein. Sie sind in den traditionellen Häusern von Antalya häufig anzutreffen, weil sie die Umgebung kühlen, wenn sie mit Wasser bespritzt werden, das anschließend verdampft.

Nelkenmotiv: Das auf osmanischen Fayencen oft verwendete Motiv symbolisiert den Frühling, das Erwachen der Natur und die Erneuerung.

  • Fayencen: Es gibt zwei Gruppen von Fayencen. Die erste Gruppe verwendet osmanische Blumensymbole als Motive. Dabei handelt es sich um Hauptmotive der osmanischen Blumenkunst wie stilisierte Nelken, Tulpen und Pfingstrosen.
  • Die zweite Gruppe verwendet Frühlingszweige und Zypressen als Motive. In der osmanischen Kunst wurden von der klassischen Zeit bis in die Spätzeit Motive verwendet, die in der Fayencen-, Blumen-, Kalligraphie- und Buchkunst häufig zu finden sind.
  • Die Bedeutung der Fayencenmotive in der Kunstgeschichte: Die Blumen- und Baummotive, die in der Fayencenkunst verwendet werden, symbolisieren die Gärten des Paradieses. Blühende Pflaumen- und Kirschzweige werden als Frühlingsbäume bezeichnet und mit der Ikonographie des Lebensbaumes bei den Türken in Verbindung gebracht. Zypressen, die keine Blätter verlieren, symbolisieren das ewige Leben bzw. das Leben im Jenseits. Da sie dem Buchstaben Elif ähnlich sehen, sind sie das Symbol der Einheit Gottes. Das Tulpenmotiv ist das Symbol des allmächtigen Schöpfers und des Türkentums, weil seine Schreibweise dem Wort Halbmond gleicht. Die Rose ist das Symbol des hl. Mohammed und wird auf Fayencen zusammen mit der Tulpe verwendet. Granatäpfel und Weintrauben, die auf Fayencen zu sehen sind, finden sich als Symbol des Überflusses und der Fruchtbarkeit auf Tafeln. Blumen werden als Strauß und in der Vase abgebildet und sind alle von den Beispielen in den Blumenbroschüren inspiriert. Die Blumenvielfalt zeigt die Bedeutung, die die Türken den Gärten und Blumen beimessen. Viele wohl duftende, wunderschöne Blumenarten wurden von den Türken als Kulturpflanze gezüchtet und weltweit bekannt gemacht. Personen, die Blumen züchten, sind in der Regel kultivierte und begabte Menschen, wie Mevlevi Dede, die ihren Sinn erkennen.